
PILGERKAPELLE
HAGGENEGG
KULTURPROJEKT
AUSSTELLUNG
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Jürg Fassbind
Initiator, Co-Projektleiter Stiftungsrat.
Pilgern verbindet –
Menschen, Landschaften
und Lebensweisen.​
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Wer pilgert, bewegt sich nicht nur durch die Welt, sondern zugleich nach innen. Die Pilgerkapelle, eingebettet in ein wunderschönes Panorama, lädt ein zum Innehalten zwischen Aufbruch und Ankunft.
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Das Kulturprojekt «Freie Sicht auf Santiago de Compostela» knüpfte an diese doppelte Bewegung an. Es verband die äussere Erfahrung des Pilgerns mit zeitgenössischer Kunst und stellte den Dialog mit Natur, Umgebung und Menschen ins Zentrum.
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Der Passübergang am höchsten Punkt des Jakobswegs nördlich der Pyrenäen bot dafür einen idealen Resonanzraum – ein Ort, an dem sich Wege und Perspektiven kreuzen. Im Kanton Schwyz, wo zeitgenössische Kunst nicht immer auf offene Türen stösst, lag der Fokus bewusst auf der Kulturvermittlung.
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Die positive Resonanz und die Aufmerksamkeit in der Presse bestätigten, dass Kunst Anklang finden kann, wenn sie als Begegnung verstanden wird​
Barbara van der Meulen-Kunz
Kuratorin und Co-Projektleitung
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Ein Rückblick: Das Projekt schuf nicht nur eine Brücke zwischen Kunst und Pilgerschaft, sondern auch zwischen Menschen, Orten und Zeiten.
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Ein Rückblick: Das Projekt schuf nicht nur eine Brücke zwischen Kunst und Pilgerschaft, sondern auch zwischen Menschen, Orten und Zeiten.
Vom 26. Juli bis 14. September 2025 lud die Stiftung Pilgerkapelle Haggenegg gemeinsam mit der Künstlerin Mirjam Landolt zu einem besonderen Kulturprojekt auf der Haggenegg ein. Unter dem Titel «Freie Sicht auf Santiago de Compostela» entstand inmitten der Berglandschaft ein Ort des Austauschs, der Reflexion und des gemeinsamen Gestaltens.
Bereits im Juni formte sich in einem kollektiven Workshop mit Mirjam Landolt eine Gemeinschaft aus Wandernden, Pilgernden und Kunst- interessierten. Aus Ton entstanden Muschel- fragmente – Sinnbilder für die Sehnsucht, den Weg und den Wandel. Diese fanden später ihren Platz vor der Pilgerkapelle und wurden neben einem Pilgertäschli mit regionalen Produkten für die vorbeiziehenden Pilger*innen sowie drei handgefertigten Fussbadschalen Teil der künstlerischen Intervention.
Die Vernissage am 26. Juli vereinte in einer Sternwanderung Menschen aus verschiedenen Richtungen – von Schwyz, Rickenbach und Alpthal her – zu einem symbolischen Zusammenkommen auf der Passhöhe. Dort, wo der Blick – zumindest bei schönem Wetter - weit wird, trafen Natur, Kunst und Spiritualität aufeinander.
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Begleitende Veranstaltungen wie die Kräuterwanderung «Mit Kräuterkraft zur Haggenegg» oder die Finissage «Von echten und falschen Pilgern» vertieften die Auseinandersetzung mit Themen wie Spiritualität, Natur und Authentizität. Das Projekt schuf nicht nur eine Brücke zwi- schen Kunst und Pilgerschaft, sondern auch zwischen Menschen, Orten und Zeiten. Die Pilgerkapelle Haggenegg wurde so einmal mehr zu einem Raum der Begegnung, in dem sich äussere Landschaft und innerer Weg zu einem gemeinsamen Erlebnis verbanden.
So entstand ein temporärer Raum der Resonanz – ein Ort, an dem Kunst und Pilgerschaft in- einander übergingen und die Teilnehmenden ermutigten, weiterzugehen: nach innen wie nach aussen.
Ein Kulturprojekt der Stiftung Pilgerkapelle
Haggenegg mit der Künstlerin
Mirjam Landolt
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Das mehrteilige Projekt
«Freie Sicht nach Compostela» ​
Die Haggenegg als Übergangsort öffnet den Blick Richtung Santiago de Compostela zum Meer und zur Muschel, dem Symbol des Jakobswegs.
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Mirjam Landolt kreierte mit der begehbaren Installation mit Muschelfragmenten aus Ton vor der Pilgerkapelle, Fussbad und Pilgersäckli ein stimmig ineinandergreifendes Ensemble für alle Sinne. Weitere Projekte mit Einbezug von Pilgerweg, Pflanzenwelt und Landschaft ergänzen das Kulturprojekt 2025 der Pilgerkapelle Haggenegg.
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​¡Buen baño de pies! – Beifussbad ​
«Hier, auf dem Vorplatz der Pilgerkapelle Haggenegg findest du drei Schalen, die dich einladen, deine Füsse in einem Beifuss-Salzbad zu erfrischen. Bereit stehen hier unten das zubereitete Salz und ein Krug. Gib einen halben Fisch voll vom Salz in den Krug. Fülle ihn dann mit Wasser beim Wasserhahn (siehe Lageplan unten). Dann wähle die Schale mit deinem bevorzugten freien Blick aufs Meer aus und giesse das kühle Gut über deine Füsse in die Schale. ¡Buen baño de pies!» Mirjam Landolt, Fussbad-Anleitung vor Ort, Juli 2025
​¡Buen Camino! – Pilgertäschlein ​
«Im Rahmen des Kulturprojekts der Pilgerkapelle Haggenegg habe ich 50 kleine Pilgersäcklein zusammengestellt – als Wegbegleiter für euch und als Erinnerung an diesen besonderen Ort.
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Gemeinsam mit meiner Mutter, Pia Landolt, habe ich die Säcklein aus handgewobenem Stoff des Klosters Au in Trachslau genäht. In jedem findest du drei kleine Gaben für deinen Weg:
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Ein Glas Honig vom Kloster Au, liebevoll gesammelt von Schwester und Imkerin Benediktas Bienen.
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Eine Salbe aus Beifuss, Geissenbutter und Schmalz von der Haggenegg und etwas Bienenwachs, gefertigt von Katja Schibig-Schimmer, als Erinnerung an das Fussbad auf der höchsten Pilgeretappe der Schweiz.
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Eine kleine Bienenwachskerze mit spanischen Streichhölzern – ein Lichtblick für den Weg nach Spanien.
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Bist du unterwegs und würdest dich über diesen Begleiter freuen? Dann nimm dir gern ein Säcklein mit – ich hoffe, es schenkt dir Freude und Stärkung auf deinem Weg.“ Mirjam Landolt, Angaben zum Pilgertäschlein vor Ort, Juli 2025



